Enden der Welt

Als ich heute am Straßenverkehr teilnahm, wurde mir unsere derzeitige generelle Misere so recht bewusst. Es fehlt einfach an Erziehung, Moral und Anstand. Die heutigen Wagenlenker gleichen bzw. sind unerzogene Buben, die sich nehmen, was sie wollen. Rechts vor links? Pff, Oldschool. Blinken? Ja hallo? Das ist ja wohl sowas von gestern. Im Wohngebiet schleichen, im Stau Platz halten für einführende Straßen, hey – ich will auch ankommen, ja?! Na und Geschwindigkeit, Rücksicht, Vorsicht, Ansicht und vielleicht auch noch danke sagen – Frau Körb, spinnst du jetzt total? Hörma, wenn ich hier fahre, ja, dann fahr ich hier. Das merkst du doch. Und dann geh bzw. fahr mir gefälligst aus der Sonne! Wie rote Ampel heißt stopp – na komm, rot ist die Farbe der Liebe, also hopplahop du süße Biene mit deinen unheimlich blonden Haaren, dich krieg ich doch, schau auf mein Kennzeichen: XY- 6666, noch Fragen, Schätzchen? – Hm, ja, doch, eine hätte ich an die Buben: wohin bitte darf ich meine Faust platzieren, rechtes oder linkes Auge?

Unzulänglichkeiten im Straßenverkehr sind aber nichts Neues. Allerdings gilt leider Gleiches für die heutigen Weltenlenker. In der Türkei besteht Prinz Rotz auf alleinige Macht, stampft wütend auf und wirft sich auf den Boden. Dabei reißt er im weltweiten Supermarkt sämtliche Regale um, wirft die Rechte des Einzelnen, Freiheit und Menschlichkeit wütend durch den Laden und schreit: heute die Türkei und morgen die ganze Welt, jawoll!

Noch weiter im Osten sitzen unerzogene Jungens, die vor gar nichts Respekt haben, außer vor ihrer Mutter. Deswegen hassen sie alle Frauen, denn sie sind ihnen eigentlich unterlegen, denn Mutter hat immer Recht. Und wenn die schimpft, dann so hoch und schrill und mit so vielen „rlrlrlrlrlrlrl“s, dass die Jungens einfach nur zu Boden gehen. Und diese Burschen terrorisieren die ganze Welt, so wie ein kleiner Bösewicht Katzen quält.

Und in den Nachbarskiezen, da bringt ein Mann mit einem Riesenmesser im Streit seine Frau um, ein  anderer wirft seine Kinder aus dem Fenster, ein Priester wird in seiner Kirche ermordet, neuer trauriger Teensport ist nicht mehr S-Bahn-Surfen, sondern „Wer reißt die meisten Menschen mit in den Tod?“ – wo bitte darf ich da meine Faust hin platzieren? Und wie soll ich bei dem ganzen Wahnsinn noch human und verständnisvoll agieren? Im Straßenverkehr heißt das: gib nach, dann kommst du heil nach Hause. Und im Weltenverkehr?

Herr Bob wünscht sich – berechtigt! – Lautstärke. Aber ich kann in meinem Auto so laut schreien, wie ich will, der Bubi fährt mich trotzdem an und grinst mir auch noch rotzfrech ins Gesicht dabei. Also nehme ich nicht mehr am Straßen- und Weltenverkehr teil und irgendwann erwischt mich dann das unvermeidliche Ende. Erwischt mich das Ende? Oder entwische ich am Ende.

Ich erwarte heute ausnahmsweise viele Stimmen zu diesem Text, Frau Körb ist verwirrt und braucht Denkanstöße.

Mit bestem Dank und herzlichen Grüßen
Ihre Frau Körb

3 Kommentare zu “Enden der Welt

  1. Paragraph 1 scheint nicht mehr zu gelten. Im Straßenverkehr wie andernorts. Das ganze Leben ist nur noch ein virtuelles Spiel, in dem man ja beliebig viele Leben dazu kaufen kann. Abgestürzt? Zur Not auf Werkseinstellungen zurück. 😉
    Ich grüße ebenso besorgt zurück.

  2. Ja, an allen Enden der Welt scheint es zu krachen, wie eine einzige große Massenkarambolage. Mir ist Großstadtverkehr ein Greuel, aber in kleinen Ortschaften ist es auch nicht sicherer, weil es Rücksichtslosigkeit und Sackgassendenken ueberall gibt 😦

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