Bullerbü

„Buchstabennutten denfinien zueinder.“

Hierbei handelt es sich nicht etwa um einen Fluch aus dem benachbarten Altenheim ob der Unlösbarkeit des wöchentlichen Kreuzworträtsels. Auch liegen keine Sprachverwendungsstörungen aufgrund von neurologischen Grunderkrankungen vor.

Vielmehr ist dies der sagenhafte Zusammenschnitt, der klassische best-of schriftsprachlicher Leistung einer – nein, nicht dritten, nein – einer 12.

in Worten: z w ö l f t e n

Klasse eines Alternativgymnasiums. Da schluchts nicht nur mir das Herz, sieht es doch im mündlichen Sprachgeschwurbel nicht besser aus. Teilnehmende Schüler sind Opfer der Bullerbü-Erziehung, einer fremdgeschaffenen Selbstverherrlichung, die sich seit Anbeginn jeglicher kindlichen Äußerung vor Lob nahezu übergibt. Sie alle kennen die zauberhaften Aufführungen kleiner Tanztresore, die im Tutu über eine Bühne stampfen, begleitet von einer Musikkapelle, die erst seit diesem Jahr spielt und auf Musikalität nicht geprüft wurde, denn ‚Jeder kann alles‘. Dieser Leitsatz der Bullerbü-ßer, gepaart mit dem „Das hast du ganz toll gemacht!“ führt über Jahre hin angewendet auf Mathematik, Deutsch, Naturwissenschaft und Kunst dazu, dass Regeln und Grenzen weder erkannt, noch anerkannt werden und nun frage ich Sie:

Was soll aus diesen grenzenlosen, um sich selbst nicht wissenden Würmchen werden? Diese Mitarbeiter unserer Gesellschaft werden demnächst mit einer staatlich bescheinigten Reife ins Leben entlassen – stecken jedoch fest im Speck des elterlichen Hauses, mit Interessen- und Lustlosigkeit, psychischen Störungen und grenzenloser Selbstverschätzung. Was kann man mit ihnen anfangen? So etwas hier?

Ich bin kein Freund dieser Art der Ausschlachtung von menschlichen Unmöglichkeiten, aber schauen Sie ganz genau hin, hierbei handelt es sich um ein ausgewachsenes Bullerbü-Erziehungsexperiment.

Nun ist es doch schon zu dem Einen oder Anderen durchgedrungen, dass unser Bildungssystem nicht ganz stimmig ist und deswegen fordere ich hier und jetzt laut und deutlich:

Nein.

Sagen wir nein! Kinder sterben nicht, werden sie mit diesen vier Buchstaben konfrontiert. Kinder nehmen keinen Schaden, wenn sie den Unterschied zwischen Ich und Du lernen. Kinder brauchen Grenzen, klar, deutlich und verständlich formuliert. Man kann und muss mit Kindern reden und sie als solche behandeln, auch wenn es einen selbst an seine eigenen Grenzen bringt. Nein du kleines Sackgesicht, du tanzt mir jetzt nicht auf der Nase herum. Wenn ich rede, bist du still, genauso schweige ich, wenn du sprichst. Nein, du wirfst den Müll jetzt nicht einfach auf die Straße, nein, auch wenn der Papi das so macht. Nein, du läufst rechts im Gänsemarsch, wenn dir jemand entgegenkommt. Nein, du stehst auf, wenn im Bus eine ältere Person einen Platz sucht. Nein, du fährst nicht mit 80 durch die Innenstadt. Nein, es ist absolut nicht in Ordnung, wenn du mit 15 schon zum zweiten Mal in den Jugendknast einfährst, weil man dich beim Klauen von Kosmetik und Alkohol erwischt hat. Nein, nein, nein!

Mit herzlichen Grüßen
Ihre Frau Körb

7 Kommentare zu “Bullerbü

  1. Liebe Frau Körb, vielen Dank für Ihre Anfrage bezüglich den Sandmännerinnen, aber ich bin im Moment zu bis obenhin. Sollte sich das ändern, melde ich mich gern noch mal.

  2. Pingback: Radio oh Radio | Frau Körb

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