Böhmische Grüße

Liebe Frau Körb,

wer weiß denn ob die Sehnsucht lohnt. Wer weiß denn was die Liebe bringt. So hoch oben auf dem Dach erwarten Stürme und Kälte. Aber du rufst mich nie du wartest nie. Und darum komm ich schon am Abend und wünsche uns Guten Tag. Schaust du mich an dann seh ich meinen himmelblau. Es brennt der Wald im Abendrot. Es glüht der Berg wenn Sonne loht. So brenn auch ich. Ich bin nie allein was ich denk und tu. Mädchen sieh es ein, hab ich wieder das Gefühl überall bist du. Deine Augen schönen Augen! Wer ging mit dir Kirschenklauen weißt du nicht mehr? Sie gehen hinter dir her! Sag mir sag was willst du mehr? Längst ist jeder allein. Schau nur die Spinnen siehst du hörst du? Vorher war ich im Schlaf, Frühling Sommer und ich frag mich was wohl werde. Lebe wohl in den Gedanken. Auf Schwingen gleiten wir ins Morgengrau. Der Wind spielt dazu seinen wilden Tanz.

 

Meine Lieben Leser, dieses Schreiben erreichte mich in der letzten Woche aus Böhmetien. Nun bin ich vollkommen verwirrt. Handelt es sich hierbei um einen anonymen Liebes-, Abschieds- oder Drohbrief? Wer von Ihnen hat Erfahrung mit gefühlstollen Dachdeckern aus dem Ostblock und kann mir raten, wie ihnen beizukommen ist?

Vielen Dank und mit herzlichen Grüßen
Ihre Frau Körb

 

(Quelle: „Rote Gitarren, Die größten Erfolge“ 2005 Sony BMG Music Entertainment GmbH/ AMIGA)

Werbung