Kinder, Hunde, Ausländer

Kürzlich bei den Gutmenschen:

Frau B.: „Hallo Frau Dings, wie geht es Ihnen, wir haben uns ja lang nicht gesehen. Also wir haben ja im Familienrat beschlossen, dass wir jetzt so einen armen Ausländer bei uns aufnehmen. Das kann man ja nicht mit ansehen, das ganze Elend. Diese armen Dinger, und diese Augen! Diese tieftraurigen Blicke, so als wenn sie rufen, ach nimm mich doch mit.“

Frau D.: „Ja ja genau. Dieses Elend. Da wird man dran erinnert, wie gut es einem hier geht.“

Frau B.: „Ganz genau, dass haben Sie schön gesagt. Ich meine, wir können es uns ja leisten. Ein so ein Syrer, der braucht doch nicht viel, ein Zimmer, ein bisschen Kleidung, Essen und die sind ja so dankbar.“

Frau D.: „Ja richtig. Aber die einzelnen sind meist ganz schnell weg. Die meisten von denen kommen ja in Gemeinschaft und die will man dann doch nicht auseinanderreißen.
Wir hatten auch schon mit dem Gedanken gespielt, der Lucas wollte doch so gern einen und da haben wir gesagt: Lucas, haben wir gesagt, Lucas, das ist keine so leichte Entscheidung. Wenn der Ausländer erst einmal da ist, dann musst du dich auch um ihn kümmern! Und der bleibt die nächsten zehn zwölf Jahre bei uns. Und dann musst du ihn regelmäßig Essen geben. Und sein Zimmer musst du auch mal aufräumen, das können die meisten nicht. Ich hab auch schon von welchen gehört, die waren noch nicht ganz stubenrein.“

Frau B.: „Ach ja, genau. Das wird vielleicht ein Problem. Die kommen ja vom andern Ende der Welt und sind ganz andere Zustände gewöhnt. Aber – wir haben einen großen Garten, da kann er dann auch mal rausgehen. Und es ist so eine Freude, geben zu können. Die sind ja so dankbar, es ist herzerweichend.“

Frau D.: „Ja, ich finde das so gut, dass Sie das so sehen Frau Bums. Ganz toll. Da muss man mal nicht ohnmächtig zusehen, sondern kann aktiv helfen. Wir haben uns das aber nochmal überlegt, weil der Lucas hat doch jetzt soviel mit der Schule zu tun und da hat er ja gar keine Zeit, sich drum zu kümmern und er geht ja auch nach Amerika für ein halbes Jahr und da haben mein Mann und ich gesagt, wir bringen erstmal den einen durch, der soll ja nach Harvard. Und dann können wir immer noch entscheiden, ob wir so einen Ausländer nehmen oder vielleicht noch ein eigenes selber machen. Ich meine, mit Mitte Vierzig sind wir doch noch nicht zu alt dafür.“

Frau B.: „Nein nein. Und der medizinische Fortschritt ist nicht aufzuhalten. Und zur Not könnten Sie…“

Frau D.: „…Sie meinen, so eins vorübergehend in Pflege nehmen? Ja, das wäre natürlich auch eine Idee. Da könnte man so einem armen Bündel ein Zuhause geben und das könnte dann sogar unsere Muttersprache…“

Frau B.: „… und die sind ja auch so dankbar für ein bisschen Liebe, diese kleinen armen Würmchen vom Jugendamt.
Aber wir müssen jetzt erstmal, der Tom hat jetzt Japanisch und diese Lehrerin, ehrlich gesagt, ich trau der nicht so. Klein und flink und husch und weg, ich zähl danach immer alle Bilder an der Wand (lacht) – bei denen aus dem Osten, da weiß man ja nie.“

Frau D.: „Ja ja genau! Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Was wir da schon für Probleme mit diesen rumänischen Putzfrauen hatten, ich sage Ihnen – die lügen, wenn sie nur den Mund aufmachen! Wegen einer haben wir Überwachungskameras im ganze Haus aufgestellt und zack! Auf frischer Tat ertappt, da konnte die nicht aus.“

Frau B.: „Ach Frau Dings, Sie und Ihre Geschichten … das ist so … einfach aus dem Leben gegriffen. Da erkennt man sich gleich wieder – Sie sollten wirklich ein Buch schreiben!“

 

Meine lieben Leser, wenn das jetzt nicht Ihre emotionale Intelligenz verletzt hat, dann beteiligen auch Sie sich am aktiven Kampf gegen das Gutmenschentum. Worte zu Pflugscharen!

Mit herzlichen Grüßen
Ihre Frau Körb

 

P.S.: „Zustimmen“

…anders ging es nicht…