The essence of equal

Teil eins

Nachdem sich die Wogen des „Equal-pay-day“ in unserem Land schnell wieder geglättet haben, widmen wir uns heute der Betrachtung der Tatsachen. Meine lieben Leser, seit Menschengedenken ist eines offensichtlich: Männer und Frauen sind verschieden. Das sieht man doch! Selbst wenn gerade wieder das Androgyne in Mode ist. Man kann Schwanz und Titten nicht einfach abschneiden oder ignorieren und sagen, wir sind gleich. Dafür zupfen Männlein und Weiblein viel zu oft und gern an diesen sekundären Geschlechtsmerkmalen herum. Wenn man nun diese Männer in pastellfarbene Anzüge stopft und ihnen ein großes Schaltuch um den Hals wickelt, wie aktuell u.a. bei „Peek&Cloppenburg“ beworben, so sieht das allenfalls lächerlich aus und die armen Träger haben durch ihre Kleidung eine starke Tendenz zum Wasserkopf, aber kastriert werden sie dadurch nicht. Genauso wenig, wie Frauen im Dandy-Look einem wirklichen Macho des alten Jahrhunderts gleichen können, der charmant und mit viel Brusthaar seinen Herrenwitz ganz natürlich zum Besten gibt.

Die Ungleichheit der Menschen  wird uns seit Kindertagen eingetrichtert. Jeder Mensch ist verschieden. Besonders der große Verein der Geschichtenerzähler macht sich stark für die These, dass jedes Leben ob seiner Einzigartigkeit schützenswert ist. Gehen wir im Folgenden von einem gesunden, vollständig entwickelten und einigermaßen selbstständig denkenden Leben aus. Dieses Leben sucht sich irgendwann einen Beruf und wird Busfahrer oder Koch, Anwalt oder Arzt. Oder Künstler. Gerade Vertreter dieser Lebensgruppe schrien in den letzten Wochen verstärkt nach Gleichberechtigung.

Nun habe ich mich ausführlich mit Sachverständigen aus meiner Nachbarschaft darüber unterhalten. Viele Künstler fühlen sich ungleich behandelt. Da bekommt doch der eine einen Preis, der eigentlich einem selber zugestanden hätte. Oder wieso hat jetzt der einen Galeristen und nicht man selbst? Oder wieso verkauft der soviel? Dies ist aber ein geschlechtsunabhängiges Verhalten, handelt es sich schlichtweg um Neid, gallebitter und in Reinform. Da das offene Praktizieren der Neidigkeit eine im Weiblichen tief verwurzeltet Eigenschaft ist, entsteht aus diesem Neid schnell der laute Aufschrei von der Ungleichbehandlung der Frau. Manch ein Herr Baselitz glaubt in guter Absicht, die ich ihm hiermit unterstelle, die Debatte billig provozierend anzuheizen, indem er öffentlich sagt: „Frauen malen nicht so gut.“ (SPIEGEL 4/13). Er kann sie aber trotzdem gut leiden und ich ihn auch, so ein kleiner Witz unter Freunden, nun, Sie wissen schon knick knack. Laut SPIEGEL 12/13 darf der Herrenwitz ja nun auch im Bereich der Kunst als solcher offen getragen werden. Viel entscheidender ist die Tatsache, dass jene Künstlerinnen, die laut nach Aufmerksamkeit schreien und Equalität fordern, keiner meiner Nachbarn kennt, bzw. es auch keinen interessiert, ob diese Damen übergroße bunte Pezzi-Bälle als Kunst in den öffentlichen Raum hängen, wie die Malerin Grosse aus Berlin. Oder war es Hamburg?

An sich ist es schon eine Leistung des SPIEGELs, einen Maler sinnend unter buntem Plastikzeug sitzend abzubilden, springt einem gewissenhaften Betrachter doch sofort die Frage ins Auge: Hat die Dame Grosse diese Pezzi-Bälle nur angemalt? Verkommt der Stand der Maler jetzt zu billigen Anstreichern? Werden demnächst auch die Tapeziermeister nach der aktuellen Liste der freien Kunst bezahlt? Oder hat die Dame Grosse diese Pezzi-Bälle gar fotorealistisch übergenau gemalt und sie scheinen dem ungeübten Auge nur als dreidimensionale Echtheitskopie? Pezzi- Bälle sind übrigens diese Gesundheitssitzhilfen, die ständig wild im Raum herumrollen und in furchtbaren Farben nach physiologischer Sitzhaltung schreien. Wenn nun die Dame Grosse und all die anderen sich ungleich behandelt fühlenden Damen wirklich Lebendiges produzieren wollen, was ein gutes und die Zeiten überdauerndes Produkt künstlerischen Schaffens ausmacht, dann sollen sie Kinder kriegen und lieber auf den Pezzi- Bällen in der Schwangerschaftsgymnastik hüpfen! Danach kann man immer noch sehen.

Es sind nun einmal nur wenige dazu berufen, wirklich ausgezeichnet zu sein. Und bei denen ist es vollkommen egal, ob sie Mann oder Frau sind. Es zählt allein die Arbeit. Wenn sich mir aus einem Werk sofort das Weibliche aufdrängt, dann verehrte Künstlerin kann ich leider nur das Weite suchen! Ich möchte weder etwas von Ihrer Weichheit, noch von Ihrem Wunsch nach Zuneigung, oder von Ihren ebenfalls billig provozierenden Schambehaarungs-/ Menstruationsgeschichten sehen, hören oder auch nur im Entferntesten damit in Berührung kommen müssen. Wenn zum Beispiel gleich auf der ersten Seite eines Buches das überaus weibliche Problem der Zu-Fettigkeit ausführlich bejammert und später auch noch der familiär-jüdische Hintergrund als Quotenbringer eingesetzt wird, dann muss ich leider wider meiner Erziehung das Buch sofort in den Ofen schmeißen, bevor noch über Körperflüssigkeiten referiert wird. In manchen Fällen ist eine Bücherverbrennung leider das letzte Mittel vor dem Wahnsinn.

Auch ich umgebe mich mit Kunstwerken, bin ich schließlich in einem Alter und Lebenszustand, wo ich Zeit, Muße und Verständnis dafür entwickeln kann. Eine Bronzeskulptur des geschätzten Bildhauers, Herrn C. R., dessen Skulpturen unglaubliche Bewegung und Biss haben, liegt mir oft als Quell der Inspiration zur Seite. Diese Skulptur erregt bei manchen Menschen in ihrer Einfältigkeit eine Neidigkeit, die groß und gelbgrün über mich herfällt und in deren Angesicht ich verzweifelt ausländisch denke: ‚So what? Schau es dir doch an und freu dich dran!’ Aber nein, auch da schreit der Neid: „Meins meins meins meins meins!“ und ich flüstere später zurück: „Hm – nö.“, lehne mich zurück und lache, aber auch erst, wenn ich genug von Gottes Fusel getrunken habe.

Und wieder ist es der Neid, der ursächlich für die scheinbare Ungleichbehandlung zu verantworten ist. Das laut herausgeschriene „equal“ ist die in altdeutsch-preußischer Ausdrucksweise versteckte Botschaft: „Ihkwill! = Ich will!“ Darum liebe Leser passen Sie auf, wenn Sie Gleichberechtigungsforderungen unterstützen wollen! Neid ist sehr geschickt im Argumentieren, hochgradig ansteckend und kann über kurz oder lang zum Tod führen. Und ganz ehrlich: ein Leben an der künstlichen Galle ist wirklich nicht erstrebenswert! In diesem Sinne bleiben Sie gesund und seien Sie herzlich gegrüßt

Ihre Frau Körb