Tasche in der Hose

Mit Ausbruch des Augustes im Sommerloch sitzend, hatte ich Zeit, mich mit dem Inhalt meiner Hosentaschen zu beschäftigen. Sie glauben gar nicht, was da alles zum Vorschein kommt! Als erstes sprang mir der kleine Hosentaschenrassist (HTR) in die Hände. Er wetterte und schimpfte und fühlte sich durch die Handlungen meines Umfeldes in allen gängigen Vorurteilen bestätigt. Psychiatrisch geplagt, wie er ist, nimmt er ständig Begriffe in den Mund, bei deren Wiedergabe ich an dieser Stelle sofortigen Besuch vom großen Blogwart bekomme. Scheinbar gibt es Leser, welche sich absolut nicht auf die satirische Bedeutung von antiintegrativen Begriffen verstehen. Darum erscheint mir an dieser Stelle ein kurzer Hinweis angebracht: Das Wort geht nur so lange zum Brunnen, bis eine Wasserleitung gelegt ist.

Oder es materialisiert sich und tritt als Quotenbehindi im Rollstuhl(QB) und Vorzeigeneger (VN) aus meiner Hosentasche ans Tageslicht. Der HTR verschränkte daraufhin bockig die Arme und bestand auf eine Einzeltasche. Denn mit „Gesocks“, wie er sich ausdrückte, werde er nicht die Dunkelheit meiner Nähe teilen! Der QB rollte an seine linke Seite und streifte seine Sabberfahne am Ärmel des HTR ab, was wiederum den HTR zu einem hektischen Ausfallschritt nach rechts animierte, woraufhin er den VN umstieß, welcher sich genötigt fühlte, ihm ein „Nasiswahin“ an den Kopf zu werfen, welches nun laut quiekend durch meine Küche rannte. Der QB klatschte in die Hände, wobei er mehrfach auch seinen eigenen Kopf mit einbezog und Laute ausstieß, die dem Husten eines erkälteten Hundes glichen. Nach dem fünften Klatscher verlor er das Gleichgewicht und fiel aus seinem Rollstuhl, welcher nun zwischen dem HTR und dem VN in bösartigen Schüben hin und her manövriert wurde, immer mit der Absicht, den jeweils anderen an einer besonders schmerzhaften Stelle ordentlich zu treffen. Das rosa Schwein mit tätowiertem Hakenkreuz auf seinem linken Schinken stand über dem QB und schleckte dessen Sabber schmatzend von seiner Backe.

Da schritt plötzlich eine kleine Gestalt aus der achtlos in der Ecke liegenden Hose heraus, schüttelte den Kopf und sagte: „Nu wie de Kinder de kleynen führen se sich auf! Hupfen se rum wie de Scheppsen, nur bleken tun se nich!“ Auf meine Frage, mit wem ich es denn bitte zu tun hätte, stellte die Gestalt sich als Benij, der allgemeine Imagejude (IJ) vor. Bevor der jetzt nun zu seinem Mobiltelefon greifen und den MOSSAD anrufen konnte, entfleuchte mir ein herzhaftes: „Himmel Herrgott nochamal!“ Schlagartig wurde es dunkel in meiner Küche. Aus der Finsternis ertönte eine weibliche Computerstimme: „Dies ist der Anrufbeantworter von Herrn Gott. Leider rufen Sie außerhalb unserer Sprechzeiten an. Diese sind im Moment Montag bis Freitag von 6.52 Uhr bis 6.53 Uhr und am Donnerstag zusätzlich von 6.54 Uhr bis 6.55 Uhr. In dringenden Fällen kontaktieren Sie bitte die interreligiösen Vertretungen! Vielen Dank und Auf Wiederhören!“

„Na Mahlzeit!“ hörte ich den HTR hinter mir nuscheln. Es wurde wieder Licht und ich sah das Elend in meiner Küche: Die rechte Gesichtshälfte des HTR war stark geschwollen, der VN blutete aus der Nase den Holzboden voll, der QB lag halb auf dem Nazischwein und versuchte, es zu bedienen wie seinen Rollstuhl, selbiges Gerät hatte sich in meiner Waschmaschine verkantet und der IJ rieb sich vergnügt die Hände und sagte: „Nu wenn se noch a bissel üben tun, können se ganze heylige Arbeyt machen im Gaza!“

Ich für meinen Teil verschloss einfach die Küchentür und genehmigte mir einen Schluck von Gottes Fusel auf Eis. Im Nachhinein betrachtet habe ich vermutlich den besten Schritt zur interkulturellpolitoreligiösen Integration getan, denn die Herrschaften Hosentaschenbewohner dürfen erst wieder nach Hause, wenn die Küche aufgeräumt ist! Wie das auf das Leben in Gemeinschaft anzuwenden ist, können Sie demnächst hier nachlesen.

Mit herzlichen Grüßen
Ihre Frau Körb