Liebe überall

Als überlebenswilliges Wesen muss mensch sich seiner Umgebung anpassen. Die gegenwärtige Felsigkeit spiegelt sich natürlich auch in den verbosozialen Kooperationen wider. Demzufolge ist es evolutionär richtig und wichtig, die Sprache an ihren Untergrund anzupassen und mutig voranzuschreiten, gilt es doch einzig und allein, das Überleben des Stärkeren zu sichern.

Gestern ereiferte sich in meiner Gegenwart eine Lehrerin in feinster Kopfstimme, die irgendwo zwischen ‚Wir machen das aber so!‘ und ‚Ich möchte das nicht!‘ steckengeblieben war. Zwischen all den Hochtonfrequenzen war vernehmbar, dass ein Schüler „F*ck you!“ zu ihr gesagt hatte. Da ereilte mich ein akuter Schub meiner Pädagogenallergie und das anteilige Tourette gab prompt zurück: „Wirst es schon verdient haben, bit*h…!“

Daraufhin kippte die Dame aus dem Sattel und ich hatte etwas mehr Luft zum Atmen. Diese nutzte ich dann nicht für einen Vortrag über die geistige Umnachtung Pubertierender und deren anteilige Dyspraxie im Umgang mit automatisierten Anteilen des Sprachsystems, sondern bewahrte sie mir, um Ihnen jetzt und hier laut zurufen zu können:

Die Macht eines Schokokuchens wird nicht an seinem Mehlanteil bewertet!

Mit herzlichen Grüßen
Ihre Frau Körb

P.S. Wenn Sie es schaffen, diesen Text innerhalb einer halben Minute laut und korrekt artikulieren zu können, melden Sie sich bitte bei mir!

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